Dark Forest
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23.09.09

Tropf... Tropf... Tropf... Tropf... Tropf... Tropf...

Das Geräusch war furchtbar einschläfernd. Ihre Augen wurden immer schwerer, doch Tindo versuchte dennoch einen klaren Kopf zu behalten. Sie musste wach bleiben. Nicht weil sie dem Mann das versprochen hatte, das interessierte sie gar nicht. Nein, sie musste wach bleiben, um vor ihm sicher zu sein, um zu wissen, was er tat. Aber es war nicht nur das Geräusch der Tropfen, es war auch das Blut, das mit jedem Tropfen aus ihrem Körper schwand, was sie müde und unaufmerksam machte. Ohne darüber nachzudenken, riss sie einen Streifen des viel zu großen Hemdes ab und wickelte ihn fest um die Wunden, die sie mit dem Rasiermesser in ihr Bein getrieben hatte. Dann wischte sie mit einem weiteren Stück über den Boden, wo das Blut zuvor hingetropft war.

Tindos Gedanken wanderten zu den Geschehnissen der letzten Tage. Dael und sie. Der Leuchtturm. Ihre Gespräche. Er hatte gar nicht gemerkt, dass sie fast gar nichts von sich preis gegeben, nur ihn ausgefragt hatte. Sie versuchte es sich nicht einzugestehen, doch sie mochte ihn irgendwie. Er schien ihr so ähnlich. Warum war der Sprung nicht gelungen? Warum hatte es wieder nicht geklappt? Aufzuwachen im Lazarett - gefesselt und überall verbunden - war der blanke Horror gewesen. Die Fesseln - sie flößten ihr schreckliche Angst ein, sie musste sich befreien. Und Selnia, die so merkwürdig gewesen war, die ihr erst hatte helfen wollen und jetzt plötzlich so unwirsch zu ihr war.

Die Gedanken flogen durch ihren Kopf. Flogen, so wie das Skalpell, das sie geworfen hatte. Selnia hatte es ihr gegeben, damit sie sich umbringen konnte im Bad. Ansonsten solle sie aufhören zu maulen. Verstand sie nicht, dass sie Angst hatte, gefesselt zu sein? Aber gut, sie wollte das Skalpell benutzen - wenn auch nur, um die Tür aufzubrechen. Konnte ja keiner ahnen, dass Selnia mit einer Wache vor der Tür stehen würde. Und Angriff war schließlich die beste Verteidigung. Nachdem sie Selnia mit dem Skalpell verletzt hatte, war sie abgehauen. Schließlich hatte sie Nad gefunden, mit ihr gesprochen, ihr gestanden, was sie getan hatte. An das, was danach geschehen war, konnte sie sich nur noch schemenhaft erinnern. Nad hatte sie gewürgt, das Gesicht merkwürdig verzogen, dann war sie neben dem See in Elwynn aufgewacht. Was geschehen war, wusste sie nicht mehr. Lediglich die Würgemale am Hals erinnerten an die Geschehnisse. Male, die sich mit einem Tuch verbergen ließen.

Geräusche an der Tür ließen sie aufschrecken. Sofort hatte sie das Rasiermesser in der Hand und richtete sich auf...
18.2.10 03:26
 


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