Dark Forest
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25.08.09

Sie krallte sich in das Zaumzeug des Greifen, der sie ins Rotkammgebirge bringen sollte. Unter ihr flog der Wald von Elwynn hinweg. Ihre Heimat. Sie würde es endlich hinter sich lassen, würde ein neues Leben anfangen. Auch der Paladin hatte ihr das empfohlen, hatte ihr ein trauriges Lächeln geschenkt. Bel... sie verstand ihn nicht. Beinahe hätte sie ihn umgebracht. Und sie hatte es gewollt. Warum wollte er ihr helfen? Warum wollte er sie retten? Dabei war es doch dafür längst zu spät. Auch wenn er etwas anderes behauptete.

Sie seufzte leise, als der Greif endlich landete. Es war schon ewig her, dass sie mit ihrem Onkel hier gewesen war. Langsam schlenderte sie über die Brücke, fühlte sich seltsam frei. Es war kein Glück, es war nur eine Leere, die ein wenig ausgefüllt wurde. Hier, an diesem wunderschönen Ort. Was war Glück überhaupt? Sie versuchte sich zu erinnern, wann sie zum letzten Mal glücklich gewesen war. Missmutig schüttelte sie den Kopf und betrat das Gasthaus. Nachdem sie Brianna, der Gastwirtin, den vollen Goldbeutel gezeigt hatte, den diese merkwürdigen Elfen ihr vorhin in die Hand gedrückt hatten, war diese nur zu gern bereit, ihr ein schönes Zimmer zu geben. Schnell schmiss sie ihre wenigen Habseligkeiten in eine Ecke des Zimmers, lief dann wieder hinaus und setzte sich auf die Brücke.

Nachdenklich warf sie kleine Kieselsteine in den See und beobachtete die kleinen Wellen, die dabei entstanden. Die letzten Tage liefen in ihrem Kopf ab. Würde ihr Onkel sie hier finden, würde er sie wahrscheinlich tot schlagen. Tagelang war sie nicht zu Hause gewesen, er musste schrecklich wütend sein. Ein wenig erstaunte es sie ja schon, dass er sie in Sturmwind nicht gesucht hatte, sie überlegte, ob sie sich wohl um ihn sorgen musste. Nein, es gab wohl einen Grund, wenn er sie suchen würde, dann wohl in Sturmwind. Hier war sie ersteinmal sicher und das Gold würde wohl für eine Weile reichen.

Der letzte Stein landete im See, dann stand sie auf und lief langsam zurück zum Gasthaus. Es war spät, sie war müde und erhoffte sich, hier endlich wieder einmal richtig schlafen zu können. Denn ein erholsamer Schlaf war ihr seit Tagen nicht vergönnt gewesen. In ihrem Zimmer band sie sich das Tuch von der Hand und untersuchte die Wunde. Wie war es zu dieser Wunde gekommen? Sie wusste es tatsächlich nicht. Als sie aus der Kathedrale getreten und zum Greifenmeister gegangen war, war ihr auf einmal das Blut an ihrer Hand aufgefallen. Stirnrunzelnd schüttelte sie den Kopf, zerrieb einige Kräuter über der Wunde und verband sie neu. Dann sicherte sie das Zimmer, so wie sie es gelernt hatte und war sicher, dass niemand es betreten konnte, ohne dass sie es mitbekommen würde, und rollte sich auf dem Bett zusammen.
18.2.10 02:48
 


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