Dark Forest
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16.08.09

Die Kiste war klein, viel zu klein. Er war ein Bastard, ein verdammtes ArschIoch. Was hatte sie ihm nur getan, dass er sie so hasste? Immer wieder warf er ihr vor, sie habe ihre Mutter getötet. Seit Jahren schon. Doch wie sollte das sein? Seit sie denken konnte, hatte sie bei ihm gelebt. An ihre Mutter konnte sie sich nicht einmal erinnern. Wie sollte ein Mädchen wie sie ihre Mutter umbringen?

Heute war er besonders grausam gewesen. Sie verstand einfach nicht wieso. Der Tag hatte sogar sehr gut begonnen, sie war aus ihrer Ecke zwischen Wand und Schrank hervorgekrochen, wo sie schlief und war mit ihrem Onkel hinausgegangen um ihr Kampftraining zu machen. Er hatte sie wie immer sehr hart rangenommen, am Ende war sie trotz aller Übung erschöpft gewesen. Doch er hatte sie gelobt, hatte ihr gesagt, dass sie besser geworden war. Dann hatte er sich seinen Tätigkeiten zugewandt und sie war in die Stadt gelaufen um sich etwas zu essen zu besorgen. Sie hatte etwas gefunden - in den Taschen eines Wachmanns, der gerade auf dem Weg zum Dienst gewesen war.

Nachdem sie zu Ende gegessen hatte, war nichts mehr gut gelaufen. Denn plötzlich stand ihr Onkel vor ihr und befahl ihr, ihm zu folgen. Wie immer war sie im gefolgt wie ein Hündchen seinem Herrn. Und sie hatte sich verabscheut. Auf dem Hof musste sie... arbeiten. Während er daneben saß und las! Mal wieder war nichts zu seiner Zufriedenheit gewesen. Im Regen musste sie das Feld bestellen, er saß drinnen in seinem blöden Schaukelstuhl und sah ihr zu. Aber wenigstens hatte der Regen ihre Tränen versteckt.

Hin und hergejagt hatte er sie heute. Als sie schließlich fertig war mit dem Feld, musste sie nach Goldhain laufen um ihm Met zu kaufen und noch immer weinte der Himmel eiskalte Tropfen. Nach mehreren schmerzhaften Übungen verlangte er von ihr ein Reh zu töten. Erst kurz zuvor hatte sie zwei Taschendiebe im Wald ohne zu zögern erstochen, es hatte ihr nicht gefallen und auch bestimmt nicht völlig kalt gelassen, doch es hatte sie auch nicht wirklich gestört. Aber sie weigerte sich standhaft das Reh oder einen Hasen zu töten.

Seine Bestrafung war höllisch schmerzhaft gewesen. Nachdem er sie mit den Händen an einen Balken in der Scheune gebunden hatte, nahm er die Peitsche und schlug sie... sie hatte versucht mitzuzählen, doch bei zehn Schlägen war der Schmerz zu groß geworden. Die Bestrafungen, die folgten als sie sich wieder weigerte, waren nicht weniger schmerzhaft. Nach mehreren missglückten Fluchtversuchen, hatte er sie zur Nacht in diese Kiste gesperrt. Ihr Rücken schmerzte höllisch und sie hörte ihn im Bett laut und zufrieden schnarchen. Sie ächzte leise, schloss die Augen und versuchte zumindest ein paar Minuten Schlaf zu bekommen. Morgen würde er wieder von ihr verlangen ein Tier zu töten. Morgen musste die Flucht gelingen, sonst würde er sie vermutlich umbringen vor Wut und Hass.
18.2.10 02:44
 


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